ESC 2020 oder: 1 – 25 – 162 – 1

Nein, es handelt sich weder um Modelmaße noch um Zahlen aus dem kasachischen Lotto…
Es sind die Kennzahlen der ersten von der ETBF veranstalteten Senioren-EM, die vom 24.1. – 2.2.2020 in der Plushalle stattfand.

1 – Die erste Senioren-EM der ETBF, mit maximal vier Damen und vier Herren je Nation.

25 – So viele Nationen nahmen daran teil.

162 – Das war die Anzahl der SpielerInnen – beachtlich für die erste Austragung, und noch dazu unter Berücksichtigung, dass einige „große“ Bowlingverbände, wie Dänemark, Schweden und Norwegen, nicht dabei waren. Und 1 SpielerIn mehr als bei der im April 2019 in Wien ausgetragenen Jugend-EM.

Die zweite „1“: Die wichtigste für uns – die Medaille von Manfred Panzenböck, erkämpft im Masters der Top 24 Herren der All Events-Wertung. Und da er es nicht ganz so einfach wollte, wurde er in der All-Events-Wertung Elfter, was gleich einen Start in der 1. Runde bedeutete…

Mit Robert Fürst war er im Doppel starker Fünfter geworden; mit 2543 (211,9 Schnitt) lagen die beiden 34 Pins hinter den Medaillenrängen.

In Runde 1 traf er auf den Engländer Paul Cosgrove, der ihm 257 im ersten Spiel vorlegte und im best of three damit in Führung ging. Doch aufgegeben wird maximal ein Brief, und so servierte er nach 223 noch 231 (vs 215) und 217 (vs 210) und war eine Runde weiter.

Kein Honiglecken der zweite Gegner – immerhin der Weltmeister 1987 Gery Verbruggen, Belgien, der mit 247:226 das erste Spiel für sich entschied. Aber es wäre nicht zu einer Medaille gekommen, wenn Fredi nicht mit 227:215 und 221:206 die Runde der letzten 8 erreicht hätte. Bis dahin gespielt: 671 und 674, 224 Schnitt!

Nach der Bahnenpflege ging es in Runde 3 gegen den Niederländer Nico Thienpondt, auf den Bahnen 27 / 28. Das erste Spiel ging klar an den Niederländer (man will ja seine zusehenden Fans nicht in Sicherheit wiegen…) mit 213:157, doch dann wieder 2x Manfred P.: 221:213 und 200:192. 578 diesmal in 3 Spielen.

Damit war es klar – es gibt eine Medaille für Österreich; die Farbe noch offen, und mit Mika Oksanen, Finnland, wartete auch nicht der leichteste Gegner. Doch dieser hatte mit dem Material zu kämpfen, und so war es diesmal fast „fad“. 238:204 und 237:165 für Fredi. „Bronze abgewehrt“, jetzt ging es um Gold.

Gewarnt war man vor Marco Spiteri, dem drahtigen Malteser, denn er hatte in Runde 3 den großen Favoriten Marco Reviglio, Italien, aus dem Bewerb geworfen. Aber im Semifinale hatte er nach 175:192 gegen den Schotten Andy Gillespie noch das Spiel mit 236:168 und 261:176 gedreht und gezeigt, dass er noch die Kraft hat. Und was soll man sagen: Er hatte sie auch im Finale – und was will man gegen 241 und 257 tun? Da ist nicht mehr viel Platz. Fredi unterlag mit 199:241 und 186:257 und holte damit – anstrengend genug, nicht nur für ihn, sondern auch die österreichischen Fans – in 13 Spielen (plus pro Runde 10 Minuten Einspielzeit) und 7,5 Stunden Silber! 214 Schnitt oder 2783 Pins in 13 Spielen!

Glückwunsch!

Es war eine tolle Premiere für diesen Bewerb, die Organisation klappte vorzüglich – immerhin hat Österreich (Plushalle, ÖSKB, Landesverband) schon mehr als genug Erfahrung (alleine in den letzten 4 Jahren die Damen-EM, den Einzel-Europacup, die Jugend-EM, die Senioren-EM, um nur die ETBF-Bewerbe zu nennen; dazu kam ja u.a. auch der ESBC 2018), und es fühlen sich sowohl die SpielerInnen als auch die ETBF wohl bei uns. Und nächstes Jahr gibt es ja wieder die Betriebs-EM in Wien!

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