ECC 2014 Island Abschlussbericht Thomas Tybl

Nachdem jetzt sämtliche Freudensergüsse wieder im Trockenen sein sollten, kommen wir zu den sportlichen Fakten des diesjährigen ECC:
Thomas war leider von Anfang an gehandicapt. Er musste schmerzstillende Tabletten nehmen, damit er überhaupt spielen konnte, verriss sich zudem noch in der letzten Serie seinen Rücken, und auch das ganze Theater in Serie 2 trug natürlich einiges dazu bei, dass er seine Leistung nicht abrufen konnte. Jeder, der einmal auf einem solchen Niveau gespielt hat, weiß, dass dies so nicht funktionieren kann. Jedoch ist es für mich als Coach immer eine Ehre hinter ihm zu stehen, denn die Erinnerungen daran, was er schon alles erreicht hat, machen alles ein wenig entspannter und freudiger.  Ich bin mir absolut sicher, wenn Thomas fit gewesen wäre, hätte er sich ohne Mühe für das Finale qualifiziert, und wer ihn in einen Finale kennt, wer weiß was möglich gewesen wäre! Aber war nicht so, ist nicht so, Schwamm drüber. Dass er der beste des Alpenlandes ist, das ist Fakt.
Tamara kann man für ihren Auftritt nur loben, denn sie machte ihre Sache wirklich gut. Dass sie mit einer Medaille auch beschenkt wird, ist in erster Linie ihren konsequenten und starken Auftritt zu verdanken, und anderseits auch dem System. Was mich sehr positiv stimmt, war ihre sehr gute Sparestärke. Damit hat sie den Grundstein für diesen tollen Erfolg gelegt. Dieser Erfolg soll Anstoß für sie sein, weiter und noch härter zu arbeiten, denn eines darf und kann man (zumindest ich tue das) nicht vergessen: Auf 24 Spiele fehlen uns mindestens 15 Schnittpin, und dies ist eine ganze Menge. Beim ECC ist der Vorteil, dass von jeder Nation nur eine/r spielt, bei einer EM natürlich 6. Die Leistung von Tamara soll man nicht schmälern, denn sie war wirklich hervorragend und ich bin auch ein Stück weit stolz auf sie. Und es freut mich, nachdem Patricia und Ivonne bei der EM in Berlin nur hauchdünn die Medaille verpasst haben, dass wir hier das nötige Glück, das man braucht, auf unserer Seite hatten. Mit jedem Erfolg wächst auch die Verantwortung, dies haben wir natürlich gleich vor Ort besprochen, denn zu viele haben schon den Boden verloren, und dann ist man schneller weg als man glaubt. Tamara wird sich das denke ich zu Herzen nehmen, wann nicht, gibt’s was hinter die Löffel.
Freuen wir uns mit ihr, aber bitte schön am Boden bleiben: Von einer Bowlingnation sind wir so weit entfernt wie Island von einem Wüstenstaat.
Eine nette erfolgreiche Geschichte möchte ich beenden, mich bei beiden Spielern für ihr Vertrauen bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit euch beiden.
Das Motto dieser Reise lautete: Bowling ist Bowling und Schnaps ist Schnaps.
Danke TT