Vienna Open 2015 – oder: Drama in 4 Final Steps 4.10.2015

Ein Spieler stand am Finaltag des Vienna Open 2015 in der Plushalle unbestritten im Mittelpunkt: Osku Palermaa! Und 2 Mal hatte der Bowlinggott ein gütiges Auge auf ihn geworfen. Doch der Reihe nach: Die Top 8 aus der Quali konnten sich am Vormittag noch ausruhen, während 56 SpielerInnen im Final Step 1 die besten 22 in 6 Spielen unter sich ausspielten. Und 2 Damen waren dann on top: Lauriane Celie, F, qualifizierte sich mit 1389 (288 im 5. Spiel) als Erste, Joline Planefors-Persson, S, mit 1384 als Zweite. 6 Damen unter den Top 22 zeigten die große Klasse der Spielerinnen. 22. und damit Letzter, der weiter kam: Osku Palermaa, SF, mit 1263 – 1 Pin mehr als Jesper Agerbo, DK!

Final Step 2 ging wieder von 0 los – die 22 aus Step 1 und die Top 8 aus der Quali. 6 Spiele zu dritt auf der Doppelbahn. Cut nach diesen 6 Spielen auf die Top 18 – diesmal hatte Michael Loos, der mit 1467 Zweiter der Quali gewesen war und somit erst in Runde 2 einstieg, mit 1270 und 234 im letzten Spiel den richtigen Riecher – Platz 18, 5 Pins vor Laura Beuthner, D. an der Spitze Stuart Williams mit 1450, gefolgt von Thomas Larsen, DK, mit 1427 und Thomas Gross (Achter der Quali mit 1412) mit 1381. Williams´ Serie: 216 – 276 – 206 – 236 – 252 – 264.

Was die Sache in Runde 3 diffizil machte: die Ergebnisse aus Runde 2 wurden mitgenommen, es musste also so manche/r jede Menge in den nächsten 6 Spielen aufholen versuchen. 2 SpielerInnen konnten sich unter den Top 4, die das Stepfinale bestreiten sollten, halten: Stuart Williams rutschte von 1 auf 2, mit 2752 / 12 Spiele (= 229,33 Schnitt), Thomas Larsen von 2 auf 3, mit 2719. Thomas Gross rutschte mit 2591 von 3 auf 10, Birgit Pöppler mit 2630 von 4 auf 9. Jesper Svensson, S, konnte die Gunst der Stunde nutzen, da die Bahnen für die Rechtshänder schwieriger wurden und katapultierte sich in Step 3 von Rang 6 mit 1365 auf Rang 1 mit 2793 (= 232,75 Schnitt). Seine Serie in Step 3: 224 – 258 – 203 – 230 – 253 – 260. Und 2x machte Osku auf sich aufmerksam: zuerst mit mehr als 47 km/h auf 7-10 und am 11. Frame mit den Anwurf! Und am Ende: 2653 hat er am Konto und ist Vierter und damit im Finale, wieder 1 Pin voran! Denn Joline Planefors-Persson verhaut in ihrem letzten Anwurf – nach 2 Strikes in Frame 10 und 11 trifft sie nur 6 – 2652! Wahrlich ärgerlich nach 9 Stunden bowlen. Aber auch die folgenden Plätze sind hauchdünn: Pasi Uotila, SF, auf Rang 6 mit 2649, Francois Louw, RSA, mit 2647 (279 im letzten Spiel) auf Rang 7! Michael Loos rangierte am Ende mit 2546 auf Platz 17.

Und dann der dritte Auftritt von Osku im Stepfinale:
8. Frame im Spiel zwischen den beiden Bihändern Osku Palermaa und Jesper Svensson – Osku mit Vorteilen, aber dann: der 10er steht, und bleibt auch stehen … damit die letzte Chance für Jesper, die er nützt. Strike in Frame 9 und 10 – und dann: 4-6-10 im 11. Frame, damit die offene Tür für Osku, mit Spare und Strike das Spiel knapp aber doch für sich zu entscheiden. Aber es kommt anders, als man denkt: 2-8-10 – und somit Leftie Jesper mit 223:209 Sieger des Vienna Open 2015!

Im Spiel um Platz 3 hatte Osku zuvor Thomas Larsen keine Chance gelassen. 234:191. Stuart Williams, der Final Step 2 dominiert hatte, wurde mit 228:214 von Osku aus dem Rennen geworfen – das relativ knappe Ergebnis resultiert aus einem 5er-„Büffel“ von Osku im 10. Frame …

Step-Ergebnisse:
Osku Palermaa – Thomas Larsen 234:191
Osku Palermaa – Stuart Williams 228:214
Jesper Svensson – Osku Palermaa 223:209

Knapp 270 SpielerInnen hatten teilgenommen, davon 65 Damen, nicht alltäglich bei der European Bowling Tour!

Am Ende ein dickes Dankeschön an alle Organisatoren, das Team der Plushalle und natürlich die Presse, allen voran Flavio und Beat, die einen Livestream zur Verfügung stellten, der wohl nicht zu toppen ist, sowie Herbert Bickel von bowlingdigital.com. Und auch ein Danke an die österreichischen ZuschauerInnen, die den langen Sonntagnachmittag und Frühabend hinter den SpielerInnen standen / saßen. Schön wäre es gewesen, wenn sich noch ein paar mehr die europäische Bowlingelite angesehen hätten und wenn bei der Siegerehrung einige noch da geblieben wären.

Foto Top 4: bowlingdigital.com
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