Abschlussbericht aus Brüssel – von Thomas Gross

Mit ein wenig Abstand versuche ich, die letzten 11 Tage zusammen zu fassen. Die Anreise war problemlos, unser Gepäck kam vollständig an, das Hotel ist/war  hochklassig (und hochpreisig), liegt nahe dem Flughafen, aber leider sehr abgeschieden. Keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Möglichkeiten, mal auswärts was zu essen etc.Trotzdem haben wir es geschafft, über den gesamten Zeitraum ein entspanntes Verhältnis untereinander zu haben und gab es nicht einmal im Ansatz einen Lagerkoller oder ähnliches.

Nachdem es dann Fakt war, dass es ein leichteres (viele meinen zu leichtes) Ölmuster geben wird, wurden wir gleich am Anfang mit extrem hohen Scores konfrontiert.

Das Einzel war in Summe mit 3 mal 1300+ ordentlich, mehr aber ehrlich auch nicht.

Die Doppelaufstellung war dann bereits eine Gruppenentscheidung. Patrick/Daniel war klar, die anderen beiden Doppelaufstellungen haben wir diskutiert und uns dann für Alex/Tom und Mika/Leo entschieden.

Nachdem Mika auch Nachmittag spielen wollte, standen die Doppel samt Startzeiten dann auch so fest.

2580 als bestes Ergebnis war sicherlich nicht befriedigend, wobei man zugeben muss, dass sich zu diesem Zeitpunkt dann schon abgezeichnet hat, dass das Klima in der Halle frühere Startzeiten bevorzugt. Demnach hatten Mika und Leo nicht dieselben Bedingungen wie andere.

Trio war für mich klar, dass wir mit Patrick/Daniel/Alex und Mika/Leo/Tom an den Start gehen. Hier habe ich die Startzeiten zu Gunsten des vermeintlich chancenreicheren Trios verändert und uns die frühen Startzeiten gegeben. Natürlich zum Nachteil des 2. Trios, aber wir hatten ja hier auch Ziele, die wir erreichen wollten.

Der erste Tag war für uns sehr zufriedenstellend, der 2. etwas weniger, aber wir haben einmal angeschrieben in der Punktewertung (Top 24 sind hier jeweils der Maßstab). Das 2. Trio hatte Höhen und Tiefen, vor allem Patrick kämpfte mit den sich verändernden Bedingungen.

Und was soll ich zur 5er sagen – wir haben mehrfach kritische Situationen gemeistert, und zwar gemeinsam. Wir haben Ballwechsel miteinander abgesprochen, wir haben uns die Seele aus dem Leib geschrien und die Halle mit „Pooopsiee“ verwundert. Für nicht Insider: Poopsie ist der Spitzname von Patrick, er war Reserve. Wer die Bierregeln bei der Herren Unistahl 1 nicht kennt: machen alle 5 Spieler ein Strike, zahlt die Reserve. In unserem Fall: Patrick alias Pooopsiee J

Vor allem der 2. Tag stand mehrfach auf der Kippe. Ich hatte in der ersten Partie 79 am 6. Frame (dann noch auf 199 ausgestrikt) und wir haben trotzdem unser höchstes Spiel gemacht mit 1153. Das Spiel darauf haben wir ein Bahnenpaar erwischt, wo sowohl wir also auch England unter 1000 gespielt haben. Vielen Dank auch für dieses Bahnenpaar.

Und im 3. Spiel haben 3 Spieler nichts Definiertes gehabt und 2 haben nicht aufgehört zu striken. Noch einmal Dank an Leo und Michi für die Strikeserien!

Nachdem Mika dann auch noch ausgestrikt hat, war es klar (nur uns nicht, da sich keiner wirklich um die Resultate gekümmert hat), dass wir dabei sind und eine Medaille haben.

Das Semifinale gegen Finnland wäre zu gewinnen gewesen, wenn wir nicht im 4. und 5. Frame leichte Fehler gemacht hätten und ihnen damit einen Vorsprung gegeben haben, den sie auch verteidigt haben.

Mika hatte nicht mehr die leichte Hand, Alex so wie ich an diesem Tag nicht seinen besten. Somit war es in Summe nicht ausreichend, Finnland zu schlagen, obwohl Daniel und auch Leo wieder großartig gespielt haben.

Natürlich sind wir zu Recht stolz auf uns.

Wir haben dem Namen Teambewerb alle Ehre gemacht und sind wirklich als Team aufgetreten.

Leo hat sich meine Empfehlung zu Herzen genommen und beide Tage unglaublich gespielt. Mika am 2. Tag genau das umgesetzt, was er uns versprochen hat. Daniel hat den gesamten 5er Bewerb gezeigt, was er wirklich drauf hat. Daniel: es war eine Freude dir zuzusehen.

Patrick hat ein mehr als gelungenes Debüt gefeiert und wohl noch mehr Blut geleckt. Er hat aufgezeigt bekommen, was die wirklich Guten alles an Variationen drauf haben und man sieht ihm richtig an, dass er mit einer einmaligen Teamteilnahme nicht zufrieden sein wird.

Die anderen 4 sind sowieso der derzeitige und auch künftige Stamm des Teams und ich denke, dass sie uns noch viel Freude bereiten werden.

Ich möchte mich nun vor allem bei meiner lieben Frau bedanken, für all die schönen und auch traurigen Momente, die wir gemeinsam im Nationalteam ver- und erlebt haben. Bei dir kommen ja noch weitere Events und ich bin überzeugt, dass du noch viele weitere Erfolge für dich und dein Land einfahren wirst, vielleicht sogar schon in wenigen Wochen beim ECC.

Danke jedenfalls für dein immer offenes Ohr und auch für deine Geduld, wenn es einmal nicht nach Wunsch gelaufen ist.

Dank auch an meinen lieben Freund und Coach Thomas – jetzt sind wir beide retired.

Danke auch an „meine“ Jungs hier. Ihr habt mir die Sache hier sehr leicht gemacht. Patrick, du warst ein sehr angenehmer Zimmergenosse.

Und zuletzt Dank an unsere Offiziellen aus ÖSKB und LV Wien, die uns immer wieder die Teilnahmen an diversen Veranstaltungen ermöglichen und die Budgets dafür strapazieren.

Euer
Thomas