Wiener Meisterschaft Einzel 13. Februar 2016 Post

Oder: hauchdünn wie eine Palatschinke (war es einige Male)

Die Wr. Meisterschaft Einzel in der Posthalle (jetzt „Hernals“ – aber wie soll man dann Wortspiele á la „Da ging die Post ab“ noch verwenden?) hielt mit ihrem KO-Modus (best of three) wieder, was sie versprach: spannende Spiele und Überraschungen, fast bis zum Schluss.

Bei den Herren starteten die Nummern 7 bis 26 aus den Ranglistenbewerben in Runde 1, um 10 Sieger für Runde 2, in der auch die Top 6 des Ranglistenbewerbs ins Rennen einstiegen (Günter Weiss, Mario Rudolf, Manfred Panzenböck, Andreas Leb,  Martin Pfeifer, Martin Liftenegger). Während in Runde 1 nur 2 von 10 Begegnungen über 3 Spiele gingen, waren es in Runde 2 gleich 6 von 8! Und in einigen entschieden wenige Pins, wenn nicht gar nur einer über das Weiterkommen: beispielhaft Marco Pilecky gegen Martin Liftenegger 258:259 oder Michael Rieger gegen Andreas Leb 215:216.

In Runde 4, dem Semifinale, trafen dann Walter Fiala auf Kurt Weiss und Martin Liftenegger auf Christian Molnar. Und Walter Fiala bewies im ersten Spiel, dass er nicht nur „on tour“ war, sondern „on fire“, denn nach einem 9-Spare in Frame 1 ließ er nichts mehr anbrennen und strikte bis Frame 12 – 290, damit auch das Höchstspiel des Tages! Im zweiten Spiel sah es bis zum fünften Frame „Vorteil Weiss“ aus, ehe Fiala wieder zu seinen Strikes fand und auch dieses Spiel mit 214:192 heimspielte. Im zweiten Semifinale zeigte Liftenegger weiter seine in den Runden 2 und 3 präsentierte starke Form und bowlte sich mit 2:0 243:170, 223:186) ins Finale gegen seinen Clubkollegen Fiala. Und auch hier drehte im ersten Spiel Fiala in der zweiten Hälfte auf und hätte dieses Spiel, das schon fast wie eine sichere Bank für Liftenegger aussah, noch umgedreht – am Ende knapp 1:0 für Liftenegger mit 223:221. Nachdem sich Fiala das zweite Spiel mit 238:213 klar gesichert hatte, musste die Entscheidung her – und hier war Liftenegger mit 244:181 der Bessere – immerhin hatte Fiala schon um 10.00 begonnen und 12 Spiele in rund 5,5 Stunden hinter sich. Wiener Meister bei den Herren also Martin Liftenegger vor Walter Fiala, Dritte Christian Molnar und Kurt Weiss.

Die Damen starteten gleich ins Achtelfinale, und im Semifinale trafen dann Ivonne Gross auf Tamara Adler sowie Teresa Oberkersch auf Andrea Biach. Gross setzte ihre starke Serie aus den ersten beiden Runden fort und siegte 2:0, mit 237 und 235. Oberkersch / Biach ging in die Verlängerung, nachdem Oberkersch das erste Spiel mit 192:181 gewonnen, das zweite mit 165:174 verloren hatte. Das dritte Spiel war dann prickelnd, Biach spielte sich mit 4 in a row in der Mitte einen kleinen feinen Vorsprung heraus, den sie bis zum Schluss verteidigen konnte, und sicherte sich mit 217:209 den Finaleinzug.

Nachdem das erste Spiel mit 258:204 eine klare Angelegenheit für Gross war und sich auch die Zuschauer auf zwei Spiele einstellten, drehte Biach im zweiten Spiel den Spieß um und sicherte sich diesen 205:184. Also auch hier Entscheidung im dritten Spiel – es wogte hin, es wogte her, Biach hatte hier leichte Vorteile, doch Gross konnte in den letzten Frames noch Strike um Strike auspacken und gewann 229:226 – viel spannender geht’s fast nicht!

Fazit: Sicher ein interessanter Modus, die Dauer ist allerdings eher mühsam (10.00 bis 16.00!), auch ist das Zuschauerinteresse, das am Anfang gegeben war, weg und es ist beim Finale bzw. der anschließenden Siegerehrung nur mehr eine handverlesene Schar da.

Die Ergebnisse der Wr. Meisterschaft

Die Ergebnisse der Ranglistenbewerbe